Hydraulischer Abgleich!?!

Der Hydraulische Abglech beschreibt ein Verfahren, mit dem innerhalb einer Heizungsanlage jeder Heizkörper oder Heizkreis einer Flächenheizung auf einen bestimmten Durchfluss des warmen Wassers eingestellt wird. Damit soll erreicht werden, dass bei einer bestimmten Vorlauftemperatur als Arbeitspunkt der Heizungsanlage jeder Raum genau mit der Wärmemenge versorgt wird, die benötigt wird, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen und der Rücklauf jedes Heizkörpers die gleiche Temperatur aufweist.

Folgen bei fehlendem hydraulischen Abgleich:
  • Heizkörper nahe der Wärmequelle werden besser versorgt, weit entfernte Heizkörper schlechter
  • Bei nicht abgeglichenem System verlässt das Rücklaufwasser der Wärmequelle den am nächsten gelegenen Heizkörper mit hoher Temperatur
Wird der Heizungsrücklauf zu heiß:
  • Entstehen unnötige thermische Verluste im Leitungsnetz
  • Schaltet eine einfach gebaute Heizungsregelung die Pumpe für die Wärmezufuhr ab
  • Der Brenner des Heizkessels schaltet ab
Einsparpotential

Bei einer Untersuchung, hatten unter anderem Objekte im Mittel 3fach überdimensionierte Heizungsumwälzpumpen, bezogen auf die eigentlich ausreichende elektrische Leistung.
Die Gegenmaßnahmen waren (2003) mit Aufwänden von € 2,- bis € 7,- pro Quadratmeter Wohnfläche vergleichsweise kostengünstig.

Abgleichmethode

Grundlage des hydraulischen Abgleichs ist ein entsprechendes Rechenmodell. Dabei muss:

  • die Wärmeleistung der einzelnen Heizkörper
  • die größe des Raumes
  • der Luftaustausch durch Türen und Lüftung
  • der Wärmeverlust durch Wände und Fenster

bekannt sein. Je weniger bekannt ist, desto schlechter wird das Rechenmodell versorgt.
Mit dem hydraulischen Abgleich wird eine bessere Verteilung des Heizwassers erreicht.

Auch ein nachträglicher hydraulischer Abgleich ist möglich, wenn die dafür erforderlichen Armaturen zur Durchflussminderung bei einzelnen Heizkörpern vorhanden sind durch:

  • druckgeregelte Vorlaufpumpen (Hocheffizienspumpen)
  • einstellbare Rücklaufdrosselventile
  • mit voreinstellbaren Thermostatventilen (kann nachgerüstet werden) oder
  • mit Strangdifferenzdruckreglern.

Der hydraulische Abgleich ist eine Aufgabe für Heizungsfachbetriebe. Diese können beraten und die Berechnungen oder Messungen vornehmen.

Für eine Förderung der Heizungsmodernisierung durch die KfW und das Marktanreizprogramm zur Nutzung erneuerbarer Energien (MAP) des BAFA ist der hydraulische Abgleich eine Voraussetzung.

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Erläuterung des Hydraulischen Abgleichs
© Der Film wurde erstellt und bereit gestellt vom VDMA – Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.